Streaming im EU-Ausland ab 20. März 2018 ohne Einschränkung

Streaming im Ausland – Das Jahr 2018 bringt gute Neuigkeiten für alle Nutzer eines Streamingdienstes. Ab März können diese auch im EU-Ausland ohne Einschränkung ihr Streaming-Angebot nutzen. Bislang untersagen viele Anbieter die Nutzung und verwenden sogenanntes Geoblocking.

Streaming ab März 2018 auch im EU-Ausland

Bereits seit Juli 2017 können Mobilfunknutzer im EU-Ausland ihr Smartphone ohne Roaming-Gebühren nutzen. So können deutsche Mobilfunkkunden ihr Datenvolumen auch im europäischen Ausland ohne Aufpreis nutzen und zu den gleichen Konditionen wie im Inland telefonieren. Nach dem Wegfall der teils teuren Roaming-Gebühren profitieren ab März 2018 nun auch Streamingnutzer im EU-Ausland.

Ab dem 20. März 2018 müssen Streaminganbieter ihren Dienst im EU-Ausland ohne Geoblocking anbieten. D.h. die Anbieter müssen künftig auf eine Ländersperre verzichten. Bislang war es z.B. Kunden von Sky nicht möglich, mit Sky Go ein Bundesliga-Spiel in Spanien zu verfolgen. In den AGB von Sky Go unter Punkt 3.6 heißt es: Die Dienste und Diensteinhalte dürfen nur innerhalb des Gebietes der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreichs genutzt werden.

Streaming-Anbieter nutzen Geoblocking

Doch nicht nur Sky, sondern auch große Streamingdienste wie beispielsweise Netflix, Amazon Prime Video und Maxdome nutzen Geoblocking. Die Geosperren kommen zum Einsatz, da Streaming-Anbieter für ihre angebotene Video- und Musikinhalte in jedem Land separate Lizenzen erwerben müssen. Das EU-Parlament hat jedoch entschieden, dass Nutzern bei “vorübergehenden Aufenthalten“ im europäischen Ausland ein Zugang gewährt werden muss. Wie lange der Zugang bei einem “vorübergehenden Aufenthalt” bestehen muss, ist bislang nicht näher definiert. Allerdings dürfen Anbieter dann Kundendaten wie Wohnsitz, Kreditkartennummern und IP-Adressen von Rechnern anfordern.

Um Streaming-Angebote trotzdem im EU-Ausland nutzen zu können, umgehen viele Nutzer aktuell die Geo-IP-Sperre mit Apps wie beispielsweise Opera VPN oder HideMyAss. Mit Apps wie diesen lassen sich Streaming-Angebote mit vorgetäuschtem IP-Herkunftsland weltweit nutzen. Grundsätzlich ist die VPN-Nutzung für das anonyme Surfen im Internet legal bzw. erlaubt. Werden alllerdings Geo-Sperren umgangen, um Inhalte abzurufen, die sonst nicht abrufbar wären, ist die Nutzung illegal. Dazu gibt es folgendes rechtliche Gutachten:

Die Umgehung einer “Geo-Sperre” könnte einen Verstoß gegen das Verbot der Umgehung technischer Schutzmaßnahmen nach § 95a UrhG darstellen, der nach § 108 b Abs. 1 Nr. 1 UrhG strafbar ist. Durch die Verwendung der “Geo-Sperre” als technische Schutzmaßnahme verhindert der Anbieter, dass Nutzer mit bestimmten IP-Adressen auf einen Inhalt zugreifen können. § 95a UrhG setzt jedoch auch voraus, dass die technische Schutzmaßnahme gerade von demjenigen eingesetzt wird, der die Rechte an dem betroffenen Werk hat (§ 95 a Abs. 2 S. 2 UrhG). Wird der Dienst z. B. dazu genutzt, in Deutschland gesperrte Youtube-Videos abzurufen, liegt kein Verstoß gegen § 95 a UrhG vor, da Youtube nicht die Rechte an den gesperrten Videos innehat” (Mittsdörfer/Gutfleisch, MMR 2009, 731, 735).

Jetzt kommentieren (0)

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.